29. Januar 2025 Philipp Markus Wiedmaier Lesezeit: 8 Minuten

Schwindel-Test: Ursachen, Selbsttests & Diagnoseverfahren

Schwindel ist ein häufiges Symptom, das viele Ursachen haben kann. Um die richtige Diagnose zu stellen und passende Maßnahmen zu ergreifen, sind spezielle Tests notwendig. In diesem Artikel erfährst du alles Wissenswerte zum Thema Schwindel-Test: Welche Selbsttests du durchführen kannst, welche ärztlichen Untersuchungen es gibt und welche Methoden zur Behandlung empfohlen werden.

1. Welche Art von Schwindel habe ich? Selbsttest für zu Hause

Es gibt verschiedene Arten von Schwindel, die unterschiedliche Ursachen haben. Mit diesem Test kannst du eine erste Einschätzung treffen.
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Selbsttest bei Schwindel – Bitte beachte: Dieser Schwindel Test ist nur als Hinweis zu verstehen und nicht als Diagnose!

Finde heraus, welche Art von Schwindel du hast!

In diesem kurzen Test beantwortest du 5 einfache Fragen und erhältst einen ersten Hinweis, an welcher Schwindelart du leidest.

Es gibt zu jeder Antwort vier Farben: 🟦 (Blau) 🟥 (Rot) 🟩 (Grün) 🟨 (Gelb).
Merke die nach jeder Frage welche Farbe du hattest und zähle die Anzahl am Ende zusammen.

1. Dreht sich alles um dich? → Möglicher Drehschwindel, häufig ausgelöst durch Innenohrerkrankungen oder Lagerungsschwindel.

2. Hast du das Gefühl, zu schwanken? → Möglicher Schwankschwindel, kann durch Angststörungen oder Durchblutungsstörungen verursacht werden.

3. Fühlst du dich benommen oder wie in Watte gepackt? → Möglicher Benommenheitsschwindel, oft durch Stress, Medikamente oder niedrigen Blutdruck bedingt.

👉 Falls dein Schwindel mit Angst einhergeht, kann ein psychogener Schwindel-Test helfen, die Ursache einzugrenzen.

2. Medizinische Schwindel-Tests beim Arzt

2.1 Tests beim HNO-Arzt

Ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) kann überprüfen, ob der Schwindel durch Probleme im Innenohr verursacht wird. Dazu gehören:

  • Kopfimpulstest: Prüft die Funktion des Gleichgewichtsorgans durch schnelle Kopfbewegungen.
  • Kalorischer Test: Spülung des Ohres mit warmem oder kaltem Wasser zur Prüfung des Gleichgewichtssystems.
  • Videonystagmographie (VNG): Misst Augenbewegungen zur Beurteilung von Schwindelursachen.
  • Lagerungstest (z. B. Dix-Hallpike-Test): Untersucht, ob ein Lagerungsschwindel (BPPV) vorliegt.

Ablauf und Dauer:

  • Die Untersuchungen dauern je nach Test 15 bis 45 Minuten.
  • Bei der VNG wird eine spezielle Brille getragen, um die Augenbewegungen zu messen.
  • Der kalorische Test kann ein Schwindelgefühl auslösen, das jedoch nur kurz anhält.

2.2 Tests beim Neurologen

Ein Neurologe testet, ob der Schwindel auf eine Störung des Nervensystems zurückzuführen ist:

  • Romberg-Test: Der Patient steht mit geschlossenen Augen, um Gleichgewichtsstörungen zu erkennen.
  • Unterberger-Tretversuch: Der Patient läuft auf der Stelle, um Abweichungen zu prüfen.
  • Schellong-Test: Blutdruckmessung im Liegen und Stehen, um Kreislaufprobleme zu erkennen.
  • Finger-Nase-Test: Überprüfung der Koordination und Funktion des Kleinhirns.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Falls eine ernste neurologische Erkrankung (z. B. Schlaganfall) vermutet wird.

Ablauf und Dauer:

  • Die grundlegenden Tests dauern ca. 30 bis 60 Minuten.
  • Ein MRT kann zwischen 15 und 45 Minuten dauern und erfolgt meist mit Kontrastmittel.
  • Falls eine Nervenleitfähigkeitsprüfung notwendig ist, kann diese weitere 30 Minuten in Anspruch nehmen.

2.3 Tests in der Notaufnahme

Falls Schwindel plötzlich und mit schweren Symptomen auftritt, kann eine Notaufnahme weitere Tests durchführen:

  • Bluttests: Zur Erkennung von Infektionen oder Stoffwechselstörungen.
  • EKG und Herzuntersuchung: Falls Kreislaufprobleme als Ursache vermutet werden.
  • CT oder MRT: Falls eine ernsthafte neurologische Ursache (z. B. Schlaganfall) ausgeschlossen werden muss.

Ablauf und Dauer:

  • In der Notaufnahme werden die Tests priorisiert, sodass erste Ergebnisse oft innerhalb von 1 bis 2 Stunden vorliegen.
  • Ein CT dauert nur wenige Minuten, ein MRT kann bis zu 45 Minuten in Anspruch nehmen.
  • Falls eine stationäre Überwachung notwendig ist, kann sich der Aufenthalt verlängern.

3. Selbsttest: Habe ich eine ernsthafte Schwindelerkrankung?

Bevor du einen Arzt aufsuchst, kannst du mit einfachen Fragen herausfinden, ob dein Schwindel harmlos oder behandlungsbedürftig ist:

  • Fühlt sich der Schwindel an wie Drehen, Schwanken oder Benommenheit?
  • Tritt der Schwindel in bestimmten Situationen auf (z. B. beim Aufstehen oder nach längerem Sitzen)?
  • Verstärkt sich der Schwindel bei Stress oder Angst?
  • Begleiten andere Symptome wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder Ohrgeräusche den Schwindel?
  • Verbessert sich der Schwindel durch Bewegung oder durch das Schließen der Augen?

👉 Falls du mehrere dieser Fragen mit „Ja“ beantwortest, könnte eine ärztliche Untersuchung sinnvoll sein.

4. Welche Mittel helfen gegen Schwindel? Tests & Empfehlungen

4.1 Medikamente gegen Schwindel: Stiftung Warentest & Testsieger

Falls der Schwindel stark ausgeprägt ist, können Medikamente helfen.


Stiftung Warentest hat verschiedene Mittel getestet. Zu den häufig empfohlenen Wirkstoffen gehören:

  • Betahistin (bei Morbus Menière)
  • Dimenhydrinat (bei Reise- und Drehschwindel)
  • Ginkgo biloba (zur Förderung der Durchblutung)

4.2 Was hilft sofort gegen Schwindel?

Neben Medikamenten gibt es einfache Maßnahmen, die den Schwindel schnell lindern können:

  • Wasser trinken: Dehydration kann Schwindel verursachen.
  • Atemtechniken: Kontrolliertes Atmen kann Angstschwindel reduzieren.
  • Lagerungsübungen: Bei Lagerungsschwindel können spezielle Übungen helfen (z. B. Epley-Manöver).

5. Fahrtauglichkeit & Schwindel: Ist ein Test notwendig?

Viele Menschen fragen sich, ob sie mit Schwindel noch Auto fahren dürfen. Ein Fahrtauglichkeitstest für Senioren oder Menschen mit Gleichgewichtsstörungen kann helfen, das Risiko einzuschätzen. Falls dein Schwindel dich im Alltag stark beeinträchtigt, solltest du mit deinem Arzt sprechen.

6. Fazit: Wann solltest du einen Schwindel-Test machen?

Falls dein Schwindel regelmäßig auftritt, mit anderen Symptomen einhergeht oder deinen Alltag stark einschränkt, solltest du unbedingt einen Schwindel-Test durchführen lassen. Ein Selbsttest kann dir eine erste Einschätzung geben, ersetzt aber nicht die Diagnose durch einen Arzt.

Häufige Fragen zum Schwindel-Test

Ein Schwindel-Test kann dir helfen, deine Beschwerden besser einzuordnen – ersetzt aber keine ärztliche Diagnose.
Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten rund um Selbsttests, Arzt-Tests und Warnzeichen.

Kann ich Schwindel mit einem Selbsttest zu Hause zuverlässig diagnostizieren?
Nein. Selbsttests können nur Hinweise geben, welche Schwindelart wahrscheinlich ist (Dreh-, Schwank- oder Benommenheitsschwindel).
Eine sichere Diagnose braucht ärztliche Tests, weil viele Ursachen ähnliche Symptome machen. Ein Selbsttest ist daher eher ein
Orientierungstool – nicht mehr.
Welche 3 Schwindelarten kann ich grob unterscheiden?
Häufig wird grob unterschieden in:

  • Drehschwindel (alles dreht sich) – oft Innenohr/Lagerungsschwindel als mögliche Auslöser.
  • Schwankschwindel (wie auf einem Boot) – kann z. B. vestibulär oder auch stress-/angstverstärkt sein.
  • Benommenheitsschwindel (wie Watte/Gehirnnebel) – häufig bei Stress, Erschöpfung, Kreislauf, Medikamenten, PPPD.
Welche Arzt-Tests macht der HNO bei Schwindel?
Häufige HNO-Tests sind:

  • Kopfimpulstest (Funktion Gleichgewichtsorgan)
  • Kalorischer Test (Warm/Kalt-Reiz im Ohr)
  • Videonystagmographie (VNG) / Messung von Augenbewegungen
  • Lagerungstest (z. B. Dix-Hallpike) bei Verdacht auf Lagerungsschwindel

Je nach Test können Untersuchungen Schwindel kurzzeitig auslösen – das ist oft Teil der Diagnostik.

Welche Tests macht der Neurologe bei Schwindel?
Typisch sind klinische Gleichgewichts- und Koordinationstests, z. B.:

  • Romberg-Test
  • Unterberger-Tretversuch
  • Finger-Nase-Test
  • Schellong-Test (Kreislauf/Blutdruck im Liegen und Stehen)

Bildgebung (MRT/CT) wird meist nur bei Verdacht auf eine ernste neurologische Ursache eingesetzt.

Wann sollte ich wegen Schwindel in die Notaufnahme?
Sofortige Abklärung ist wichtig, wenn Schwindel plötzlich auftritt und/oder mit Warnzeichen einhergeht,
z. B. Sprachstörungen, Lähmungen, starke einseitige Schwäche/Taubheit, neue heftige Kopfschmerzen,
Bewusstseinsstörungen, Brustschmerz oder schwere Atemnot. Dann sollte nicht „abgewartet“ werden.
Welche Fragen helfen mir einzuschätzen, ob mein Schwindel eher harmlos ist?
Hilfreiche Selbstbeobachtungs-Fragen sind:

  • Ist es Drehen, Schwanken oder Benommenheit?
  • Tritt es in bestimmten Situationen auf (Aufstehen, Bildschirm, Supermarkt, Stress)?
  • Wird es durch Angst/Stress stärker und in Ruhe/Liegen besser?
  • Gibt es Begleitsymptome (Übelkeit, Ohrgeräusche, Kopfschmerz)?
  • Wird es durch Bewegung besser oder schlechter?

Wenn es häufig wiederkommt oder dich stark einschränkt, ist ärztliche Diagnostik sinnvoll.

Welche Medikamente werden bei Schwindel typischerweise eingesetzt?
Das hängt stark von der Ursache ab. Beispiele:

  • Betahistin wird z. B. bei Morbus Menière verwendet.
  • Dimenhydrinat wird z. B. bei Reise-/Drehschwindel und Übelkeit genutzt.
  • Ginkgo wird manchmal bei Durchblutungs-Themen eingesetzt.

Wichtig: Bei vielen Formen (z. B. chronischem Benommenheitsschwindel/PPPD) sind Medikamente oft nicht die „Hauptlösung“,
sondern eher Begleitmaßnahmen.

Was hilft sofort gegen Schwindel – ohne Medikamente?
Akute, einfache Maßnahmen können sein:

  • Ausreichend trinken (Dehydration ist ein häufiger Trigger).
  • Ruhig und kontrolliert atmen (bei Angst-/Stressschwindel oft sehr wirksam).
  • Bei Lagerungsschwindel: passende Lagerungsmanöver (z. B. Epley-Manöver), idealerweise korrekt angeleitet.
  • Reize reduzieren (kurz hinsetzen, Blick fixieren, langsam bewegen).
Darf ich mit Schwindel Auto fahren?
Das hängt davon ab, wie stark und wie plötzlich der Schwindel ist. Wenn du das Gefühl hast, jederzeit „wegzukippen“,
oder wenn Attacken unvermittelt kommen, kann Autofahren gefährlich sein. In dem Fall solltest du ärztlich abklären,
ob und wann Fahrtauglichkeit gegeben ist. Sicherheit geht hier vor.
Wann ist ein Schwindel-Test beim Arzt wirklich sinnvoll?
Wenn Schwindel regelmäßig wiederkehrt, neu oder ungewöhnlich ist, mit weiteren Symptomen einhergeht,
oder deinen Alltag deutlich einschränkt, ist eine strukturierte Diagnostik sinnvoll.
Ein Selbsttest ist nur ein Startpunkt – die Ursache muss bei Bedarf medizinisch eingeordnet werden.

Philipp Markus Wiedmaier

Zuletzt aktualisiert am 08.01.2026

Autor: Philipp Markus Wiedmaier

Philipp Markus Wiedmaier ist der Gründer von Schwindelhelfer.de und selbst langjährig betroffen von Benommenheitsschwindel (auch bekannt als PPPD). Seit 2018 schreibt er über Symptome, Ursachen und Selbsthilfemethoden.

Sein Buch: Schwindel Helfer – Gemeinsam Schwindelfrei (ISBN: 978-1793479242).

Hinweis: Philipp ist kein Arzt. Die Inhalte beruhen auf eigenen Erfahrungen und ersetzen keine medizinische oder therapeutische Beratung.