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Was ist Benommenheitsschwindel?

Bei vielen Schwindelerkrankungen lässt sich der Schwindel klar als Schwankschwindel (wie auf einem Boot) oder als Drehschwindel (wie im Karussell) beschreiben. Es gibt aber mit dem Benommenheitsschwindel noch eine weitere Schwindelart, bei der die Benommenheit ein Hauptsymptom ist. Betroffene müssen hierbei also weder das Gefühl haben zu schwanken, noch sich zu drehen.


Sehr häufig kommt die Benommenheit, aber zusammen mit einem Schwankschwindel und manchmal auch einem Drehschwindel. Charakteristisch ist hierbei, dass die Benommenheit oft viele Stunden bzw. sogar dauerhaft anhält. Einige Betroffene haben also 24 Stunden am Tag dieses Benommenheitsgefühl. Bei vielen ist es aber abhängig von Zeit, Lage und Ort.

Eine Besserung wird meist in Ruhe z.B. im Liegen und zuhause angegeben. Eine Verschlechterung unterwegs, vor allem beim Einkaufen oder in stressigen Situationen. Ist die stressige Situation vorbei, hält das Benommenheitsgefühl oft noch viele Stunden an. Meist ist es früh morgens sowie am späten Abend etwas besser.

Benommenheitsschwindel
Was ist Benommenheitsschwindel?

Was ist Benommenheit?

Betroffene beschreiben die Benommenheit als diffusen Schwindel. Häufige Formulierungen sind:

  • wie betrunken / wie nach zu viel Alkohol
  • wie ein Schwindel im Kopf / als wäre man nicht klar im Kopf
  • als wäre man nicht sich selbst (Derealisation)
  • ein Müdigkeitsgefühl im Kopf / als würde man demnächst umfallen
  • Sehstörungen / man sieht alles verschwommen bzw. wie durch ein Milchglas
  • Lichtempfindlichkeit / grelles Licht (z.B. in Läden) oder intensives Sonnenlicht wird nicht mehr gut vertragen.

Charakteristisch beim Benommenheitsschwindel ist, dass Betroffene ihn nur schwer beschreiben können. “Es fühlt sich irgendwie wie ein Schwindelgefühl im Kopf an, ist aber nicht immer da” oder “als hätte ich einen Vollrausch”.

Welche weiteren Symptome liegen oft vor?

Sehr häufig wird der Benommenheitsschwindel begleitet von Schwankschwindel und Gangunsicherheit, Angst & Panik, Verspannungen (insbesondere Nackenschmerzen, Rückenschmerzen, Kieferschmerzen und Kopfschmerzen) sowie Sehstörungen, die dazu beitragen, dass man sich wie besoffen fühlt. Einige Betroffene klagen auch über Muskelzuckungen bzw. Taubheitsgefühle. Die Angst jederzeit in Ohnmacht zu fallen liegt häufig vor.
Wir haben hier alle weiteren Symptome zusammengefasst, die Betroffene schon angegeben haben.

Benommenheitsschwindel Ursachen?

Es gibt viele Schwindel Ursachen. Beim Benommenheitsschwindel werden Betroffene vor allem mit folgenden Ursachen konfrontiert.

  • Stress als Ursache / Chronische Hyperventilation: Übermäßige Belastung über einen längeren Zeitraum oder einmalige, sehr intensive Stress-Situationen, z.B. auch starke Konflikte, veränderte Lebenssituationen. Dieser Stress führt nicht selten zu einer chronischen Hyperventilation, bei der ein zu geringer Kohlendioxidspiegel die Symptome auslösen kann.
  • Psychische Ursachen: Angststörungen, Depressionen (oft auch versteckte / larvierte Depressionen) umgangssprachlich auch als Burnout bezeichnet. Hier gibt es starke Verknüpfungen zum Thema Stress.
  • HWS / Nacken: Die Halswirbelsäule (HWS) als Ursache des Benommenheitsschwindels wird sehr kontrovers diskutiert. Befürworter dieser Theorie gehen davon aus, dass Fehlstellungen der Halswirbel (insbesondere der 1. Halswirbel Atlas und der 2 Halswirbel Axis) bzw. Schäden an der HWS (z.B. an den Alarbändern) zu muskulären Dysbalancen bzw. eine Instabilität der Halswirbelsäule führen und damit Schwindelgefühle und die Benommenheit auslösen. Auch ein Bandscheibenvorfall wird manchmal in Zusammenhang mit diesen Symptomen gebracht.
  • CMD: Eine Fehlstellung oder Schädigung des Kiefergelenks bzw. ein falscher Biss wird ebenfalls als Ursache von Benommenheit & Schwindel angesehen. Ähnlich wie bei der HWS ist CMD als Ursache sehr umstritten. Dennoch machen fast alle Betroffene früher oder später Bekanntschaft mit den Beißschienen und erhalten oft die Diagnose CMD.
  • Verspannungen: Verspannungen treten natürlich bei allen oben genannten Bereichen (z.B Nackenverspannungen oder Kieferverspannungen) auf und können ebenfalls Schwindel auslösen. Die entscheidende Frage ist, was konkret die Verspannungen auslöst und warum diese – trotz Behandlungen – häufig wieder kommen.
  • Nährstoffmangel / Vitaminmangel: Ein Mangel an Vitamin B12 oder Vitamin D wird ebenfalls in Zusammenhang mit dem Benommenheitsschwindel gesehen. Viele Betroffene lassen ihre Werte und auch weitere Werte wie z.B. Calcium oder Eisen untersuchen. Mikronährstoffe sind hilfreich.
  • Vestibularisparoxysmie: Ein neurovaskuläres Kompressionssyndrom des achten Hirnnerven steht ebenfalls in Verdacht diese Symptome auslösen zu können.
  • Schilddrüse / Hashimoto: Eine Fehlfunktion der Schilddrüse findet man auch häufig in Zusammenhang mit der Benommenheit. Die Erkrankung Hashimoto-Thyreoiditis wird hier häufig genannt.

Mit welchen Ärzten und Behandlern haben Betroffene beim Benommenheitsschwindel meist zu tun?

Einige Betroffene landen nach einer initialen Schwindelattacke häufig in einer Notaufnahme, wo sie häufig ohne konkreten Befund wieder entlassen werden. Ein anderer Teil geht den Weg über den Hausarzt, welcher bei Schwindelbeschwerden häufig zum Neurologen und HNO überweist. Liegen dort keine Befunde vor, kommen oft noch Orthopäden, Zahnärzte, Kieferorthopäden und Psychologen. Ein Ärztemarathon beginnt mit zahlreichen Diagnosen, welche es Betroffenen kaum noch ermöglichen zu durchblicken, was sie jetzt eigentlich genau für einen Befund haben bzw. konkret machen sollen. Eine Untersuchung in einer Schwindelambulanz kann hilfreich sein.

Welche Diagnosen werden beim Benommenheitsschwindel häufig gestellt?

Betroffene erhalten oft die folgenden Diagnosen, wobei fast alle mehrere Diagnosen haben:

  • Phobischer Schwankschwindel / Psychogener Schwindel / Angstschwindel / Somatoformer Schwindel
  • Angststörung / Panikstörung / Panikattacken
  • Depression / Burnout
  • HWS-Syndrom / Fehlhaltung / Zervikogener Schwindel
  • CMD
  • zu viel Stress
  • Vestibularisparoxysmie
  • Hashimoto-Thyreoiditis
  • Vitamin B12 Mangel / Vitamin D Mangel

Besserung nach Alkohol

Benommenheitsschwindel Besserung nach Alkohol
Benommenheitsschwindel – Besserung nach Alkohol

Das Kuriose an dem Benommenheitsschwindel ist: Betroffene fühlen sich wie betrunken, sind sie aber selber betrunken, bessern sich die Beschwerden oft. Bei fast allen Betroffenen bessern sich die Symptome, also insbesondere die Benommenheit und der Schwankschwindel, nach dem Konsum von Alkohol. Wie viel Alkohol erforderlich ist, ist von Person zu Person unterschiedlich. Viele merken aber bereits nach 1-2 Bier deutliche Besserung.

Behandlung des Benommenheitsschwindels – Was tun?

Für die Behandlung wäre es ideal, zuvor die genaue Ursache zu kennen. Leider ist dies in den allerwenigsten Fällen gegeben. Meist haben Betroffene gleich mehrere Diagnosen und wissen nicht ob es von Stress, Verspannungen, der Psyche, HWS, CMD oder irgendetwas anderes kommt. Oft landen sie dann auf der falschen Schiene. Es werden z.B. die ganze Zeit Physiotherapiesitzungen durchgeführt, während das eigentliche Problem der Verspannungen, gar nicht die HWS war, sondern eine versteckte Depression. Oder umgekehrt: Es werden Antidepressiva eingenommen, die dann zu noch mehr Nebenwirkungen und Symptomen führen, während eigentlich eine chronische Hyperventilation vorlag.
Wir sind im Schwindelhelfer Buch auf die Standardbehandlungen und auf alternative Behandlungsmöglichkeiten eingegangen, die sich auf Basis der Erfahrungen von Betroffenen, herauskristallisiert haben. Wichtig ist, dass Du auf keinen Fall irgendetwas ausschließt und dich nur auf bestimmte Bereiche fokussierst (z.B. “das muss von der HWS kommen”). Von vielen Betroffenen wissen wir, dass am Ende ihre korrekte Diagnose völlig anders war, als sie es eigentlich erwartet haben.

Benommenheitsschwindel Erfahrungen + Tipps

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Benommenheitsschwindel - Was hilft?

Erfahrungen & Tipps gegen Schwindel, Angst und Verspannungen.

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