Chiropraktiker Erfahrungsberichte bei Schwindel

Insbesondere wenn Muskelverspannungen, Blockaden von Halswirbeln oder Rippen sowie Fehlstellungen als Ursache von Schwindel vermutet werden, machen viele neben Physiotherapie und Osteopathie auch Erfahrungen mit Chiropraktik.

Im Zusammenhang mit chiropraktischen Behandlungen und Schwindel gibt es viele Fragen. Betroffene fragen sich z.B. ob man mit Chiropraktik Schwindelanfälle behandeln kann, ob bei HWS Schwindel Chiropraktiker geeignet sind und was amerikanische Chiropraktik von deutscher Chiropraktik unterscheidet. Andere wiederum haben erst Schwindel und Übelkeit nach Chiropraktik Behandlungen bekommen und fragen sich ob Chiropraktiker gefährlich sind?

Wir möchten auf Fragen eingehen und Erfahrungsberichte von Betroffenen zu Chiropraktik bei Schwindel teilen.

Chiropraktiker Schwindel
Chiropraktiker Schwindel Erfahrungen

Was ist ein Chiropraktiker?

Ein Chiropraktiker ist auf die Behandlung von neuromuskulären Erkrankungen fokussiert. Die Adjustierung der Wirbelsäule anhand von speziellen Griffen mit der Hand spielt hierbei eine zentrale Rolle.
Zurück geht die Chiropraktik auf den Kanadier Daniel David Palmer, welcher im 19. Jahrhundert angeblich durch Adjustierung eines Wirbels dafür gesorgt hat, dass ein Tauber wieder hören konnte. Das gesamte Konzept der Chiropraktik ist sehr umstritten, da wissenschaftlich eindeutige Belege zur Wirksamkeit fehlen.

Unterschied Chiropraktiker – Chiropraktor – Chirotherapeut

Sehr verwirrend sind die unterschiedlichen, ähnlich klingenden Bezeichnungen Chiropraktiker, Chiropraktor und Chirotherapeut, die aber hinsichtlich der Ausbildung entscheidende Unterschiede aufweisen.

  • Chiropraktiker: In Deutschland können Chiropraktik Ärzte oder Heilpraktiker ausüben. Allerdings gibt es keine festgelegten Anforderungen hinsichtlich der Stundenanzahl bei der Ausbildung. Bereits mit einer relativ kurzen Ausbildung kann man sich “Chiropaktiker” nennen und Behandlungen anbieten.
  • Chiropraktor: Chiropraktoren haben in der Regel ein umfassendes, 5-jähriges Studium mit der Fachrichtung Chiropraktik abgeschlossen. Dieses Studium wird aktuell nur im Ausland und nicht in Deutschland angeboten. Viele Chiropraktoren in Deutschland kommen deshalb oft aus dem englischsprachigen Raum, häufig aus den USA. Der Begriff “Amerikanische Chiropraktik” bzw. “American Chiropractic” ist deshalb oft anzutreffen. Vorsicht: In Deutschland kann sich auch ein Chiropaktiker, der nur die kurze Ausbildung hat, Chiropraktor nennen, da der Begriff nicht geschützt ist. Man sollte also bei der Auswahl des Behandlers darauf achten, dass es sich wirklich um einen Doctor of Chiropractic handelt, der die 5jährige Ausbildung absolviert hat und nicht nur ein Wochenend-Crashkurs dazu.
  • Chirotherapeut: Chirotherapeuten sind in Deutschland ausschließlich Ärzte, also keine Heilpraktiker. Die Ärzte – häufig aus der Fachrichtung Orthopädie – müssen hierzu eine Fortbildung mit 320 Stunden absolvieren.

Was macht ein Chiropraktiker?

Ziel ist es Funktionsstörungen, insbesondere des Bewegungsapparates, aufzuspüren und die Funktionalität zu verbessern sowie Schmerzen zu reduzieren. Es wird davon ausgegangen, dass es eine enge Verbindung zwischen der Wirbelsäule und dem Nervensystem gibt und dass Störungen (z.B. blockierte Wirbel) dass Nervensystem und somit die Gesundheit beeinträchtigen. Der Chiropraktiker adjustiert, traktiert, mobilisiert und nutzt spezielle Dehntechniken, Entspannungstechnicken und Reflextechniken, um die normale Beweglichkeit der Wirbelsäule zu erreichen.

Wie läuft eine chiropraktische Behandlung ab und wie viele Sitzungen sind sinnvoll??

Der genaue Ablauf unterscheidet sich je nach Behandler und Ausbildung (Chiropraktor, Chiropraktiker, Chirotherapeut).
Im allgemeinen erfolgt aber zunächst ein Gespräch, indem auf die Symptome, Befunde von bisherigen Untersuchungen und Behandlungen eingegangen wird.

Im Anschluss erfolgt dann eine erste Untersuchung, wobei die Beweglichkeit und Stabilität der Wirbelsäule im Mittelpunkt steht. Analysen der Haltung und des Gleichgewichts, Balance von Orthosympathikus und Sympathikus (Vagustest), Doppelwaagentest (Verteilung der Belastung der Körperhälften) sowie eine Untersuchung auf mögliche blockierte Gelenke spielen speziell bei Schwindel eine große Rolle.

Nach der Untersuchung startet auf Basis der Symptome und Befunde die erste Justierung. Diese Justierungen werden dann meist wöchentlich (zu Beginn oftmals auch 2 x pro Woche) und später 14-tägig durchgeführt. Zwischenuntersuchungen sollen den Fortschritt überprüften. Wenn die Therapie erfolgreich ist, werden die Abstände bis zur nächsten Behandlung meist immer größer, so dass später auch 4 Wochen Abstand üblich sind.

Ähnlich wie bei der Osteopathie sollte man schon mehrere Sitzungen durchführen und nicht gleich nach einer Sitzung aufgeben, falls sich nichts ändert. Der Körper benötigt Zeit, um zu reagieren. Sollte allerdings nach einer höheren Anzahl Sitzungen keine deutliche Besserung eintreten, ist es ehr unwahrscheinlich, dass der Schwindel mit Chiropraktik behoben werden kann. In diesem Fall sollte man andere Ursachen prüfen.

Wie viel kostet ein Chiropraktiker? Erstattet die Krankenkasse Chiropraktik Kosten?

Man kann mit Kosten in Höhe von ca. 50-90€ pro Sitzung rechnen. Die Erstuntersuchung ist oftmals etwas teurer.

Gesetzliche Krankenkassen erstatten chiropraktische Behandlungen von Heilpraktikern meist nicht. Anders sieht es aus, wenn es sich um Vertragsärzte mit der Bezeichnung “Chirotherapie” handelt. Dort werden die Kosten von vielen Krankenkassen wie DAK oder TK übernommen. Man kann also davon ausgehen, dass man bei den amerikanischen Chiropraktoren meist die Kosten selber tragen muss. Dies stellt für viele Schwindel-Betroffene dann auch finanziell ein großes Problem dar, da längerfristige Behandlungen meist nicht finanzierbar sind.

Risiken bei Chiropraktik – Schlaganfall durch Chiropraktik?

Ist Chiropraktik gefährlich? Immer wieder liest man Berichte, dass Patienten nach einer chiropraktischen Behandlung mehr Symptome bekommen haben und es bei einigen zu Schlaganfällen gekommen sein soll. Speziell nach dem Einrenken der Halswirbelsäule (HWS) gab es Fälle wo durch einen Gefäßeinriss ein Schlaganfall ausgelöst wurde. Behandler müssen aufgrund eines Gerichtsurteils ihre Patienten darüber informieren, dass Schlaganfälle durch die Manipulation der Halswirbelsäule vorkommen können. Und dies selbst dann, wenn alles korrekt durchgeführt wurde.

Die Chiropraktiker halten bei diesem Thema dagegen, dass Schlaganfälle extrem selten sind. Laut einer 10jährigen Studie nur 1 Fall bei 5.850.000 Behandlungen. Bei den Schlaganfällen würde es sich um Patienten mit Vorerkrankungen handeln und die neuesten Forschungen ergeben keinen Zusammenhang zwischen Schlaganfall und chiropraktischer Behandlung. Laut Statistik würden Schlaganfälle viel häufiger durch Alltagsroutinen wie Kopf waschen, Auto parken oder Wäsche aufhängen als durch Chiropraktik.

Welche Seite hier richtig liegt ist schwer einzuordnen. Generell sollte man festhalten, dass Chiropraktik nicht komplett risikofrei ist, aber dass ist keine Behandlung. Natürlich gibt es Betroffene mit stärkerem Schwindelgefühl nach Chiropraktik, aber insgesamt gibt es auch sehr viele positive Erfahrungen. Wichtig ist, dass es sich um gut ausgebildete Chiropraktiker handelt (Doctor of Chiropractic), die zunächst einmal umfassend untersuchen und mit ihrer Erfahrung die Risiken stark minimieren können. Man sollte sich hier mit anderen Betroffenen austauschen um geeignete Behandler zu finden.

Mehr Schwindel durch Chiropraktik kommt im Rahmen einer Erstverschlimmerung nicht selten vor. Dies sollte sich aber nach einiger Zeit bzw. einigen Behandlungen bessern. Höre hier auf deinen Körper, um festzustellen, ob Chiropraktik gut für dich ist oder nicht.

Chiropraktik oder Osteopathie?

Wir empfehlen bei Schwindel, speziell bei Schwankschwindel und Verspannungen, zunächst Osteopathie. Vielleicht findet man auch Osteopathen, die über die entsprechende chiropraktische Ausbildung verfügen. Falls Osteopathie nicht zum Erfolg führt und die Wirbelsäule als Ursache für den Schwindel in Verdacht steht, wäre Chiropraktik eine weitere Option.

Chiropraktiker Erfahrungen

Einige Erfahrungen zu chiropraktischen Behandlungen bei Schwankschwindel und Benommenheit möchten wir teilen. Weitere Erfahrungsberichte über Schwindel findest du im Schwindel Buch.

Simon: Ich war bei einem Chiropraktiker, der gleichzeitig auch Osteopath ist. Eine gute Kombination. Er konnte viele Blockaden finden und diese auch lösen. Die Behandlung war etwas unangenehm, da es ordentlich gekracht und geknackt hat und der Chiropraktiker teilweise auch sein Gewicht einsetzen musste, um die Blockaden, z.B. bei der 1. Rippe zu lösen. Es hat mir sehr viel gebracht.

Vanessa: Die Erfahrungen mit Chiropraktik waren bei mir eher negativ. Zwar wurde jedes Mal eingerenkt und ich spürte auch kurzzeitige Verbesserungen, aber die Symptome kamen jedes Mal wieder. Mit der Zeit habe ich da sehr viel Geld liegenlassen ohne eine nachhaltige Verbesserung. Viele warnen auch davor zu oft einzurenken, da die Bänder dann noch mehr ausgeleiert werden. Auch Schlaganfälle können wohl bei falschem einrenken entstehen.

Alaric: Mir wurde geholfen! Ich habe sofort kein flickern in den Augen gehabt und nach ca. 6 Tagen habe ich gemerkt das ich meine Füße wieder gleichmäßig belaste! Unterstützt wurde die Therapie durch Akupunktur und Akupressur!

Maik: Ich empfehle American Chiropraktik. Im Vergleich zu Physiotherapeuten finden Chiropraktiker sehr schnell die Probleme und justieren dann entsprechend. Mein Schwindel und die anderen Symptome sind dadurch deutlich besser geworden. Allerdings muss man dann auch selber aktiv werden, sich bewegen und Übungen machen, sonst kommen die Probleme immer wieder.

Martina: Chiropraktik hat zu Unrecht einen so schlechten Ruf. Überall liest man Horrormeldungen von Schlaganfällen durch Einrenken und dass Leute nach chiropraktischen Behandlungen querschnittsgelähmt im Rollstuhl sitzen. Das ist nur Panikmache. Gut ausgebildete Chiropraktiker schauen sich erstmal die Befunde an, insbesondere die MRT-Bilder. Dann suchen sie nach Ursachen, insbesondere Blockaden und justieren die Wirbel. Ich fühlte mich nach den Anwendungen immer wie neu geboren. Der ganze Druck und die Spannung im System war raus. Ich gehe ca. alle 4 Wochen hin.

Laura: Die “Knochenbrecher” haben bei mir alles nur noch schlimmer gemacht. Nach den Behandlungen ging es mir richtig dreckig. Schwindel ohne Ende, jederzeit das Gefühl umzufallen und Panikattacken, die ich vorher nicht hatte. Ich denke man sollte sich gut überlegen ob man sich chiropraktisch behandeln lässt, was genau das Ziel der Behandlung ist und aufgrund von welchen bildgebenden Befunden überhaupt behandelt wird. Hochdosiertes Magnesium, Sauna, Thermalbad, TENS und Feldenkrais haben bei mir besser gewirkt, um die Verspannungen in den Griff zu bekommen.

Frank: Ich bin leider ein Angsthase. Wurde ein paar Mal eingerenkt und habe dann eine regelrechte Angst vor diesen Manövern entwickelt (auch weil ich einiges negative darüber gelesen habe). Durch meine erhöhte Körperanspannung hat das Einrenken dann nicht mehr geklappt. Der Chiropraktiker musste dann eine alternative Methode über eine Chiropraktik-Liege wählen. Diese hat dann geklappt um meine Kopfgelenkblockade zu lösen. Ein halbes Jahr lang konnte ich meinen Kopf kaum nach rechts drehen. Der Chiropraktiker hat es hinbekommen. Ich kann daher nur sagen: Wenn ihr alles schon probiert habt und nicht weiterkommt, außerdem das Gefühl habt, da klemmt irgendwas oder funktioniert nicht so wie es soll beim Kopf drehen, dann versucht es mal mit Chiropraktik.

Jasmin: Chiropraktik hat bei mir immer nur kurzfristig geholfen. Ein paar Tage später war alles wie vorher. Wenn die Ursache in eurem Kiefer ist (CMD), ist es wichtig, dass sich der Chiropraktiker mit der behandelnde n KFO/Zahnarzt abstimmt, sonst werdet ihr kaum Erfolg haben. Ich empfehle eher Osteopathie. Das ist sanfter und weniger umstritten.

Volker: Chiropraktik war meine Rettung. Kein Neurologe wollte etwas davon wissen, dass ich das Gefühl habe da ist etwas blockiert. Eine Kopfgelenkblockade war daran schuld, dass es mir so schlecht ging. Diese wurde vom Chiropraktiker erkannt. Keine der 4 unterschiedlichen Physiotherapeuten oder 3 Neurologen, die ich zuvor aufgesucht hatte, haben dies festgestellt. Nach dem Lösen der Blockade ging es mir innerhalb von 48 Stunden deutlich besser. Dieses Gefühl der Derealisation war weg. Wenn ihr nicht weiterkommt, sucht mal einen Chiropraktiker auf und lasst euch auf blockierte Wirbel überprüfen!

Anja: Du Kunst besteht darin einen guten Chiropraktiker zu finden. Ich war bei 3 unterschiedlichen und erst beim dritten habe ich deutliche Verbesserungen gemerkt. Wenn nicht nach wenigen Behandlungen eine deutliche Verbesserung festzustellen ist, sollte man einen anderen Behandler suchen oder es ganz lassen.

Lars: Ich hatte ziemliche Verspannungen und merkte auch dass meine Wirbelsäule blockiert ist. Der Chiropraktiker war nicht zimperlich und hatte ordentlich zugelangt. Es hat gekracht und geknackst. Danach ging es mir aber besser. Insgesamt war ich ca. 10 x beim Chiropraktiker. Zur Unterstützung nahm ich Magnesium. Wichtig ist auch die Stressfaktoren zu reduzieren, da viele Blockaden da ihren Ursprung haben.

Markus: Ich hatte nach jedem Chiropraktik-Besuch eine Verschlechterung die ca. 2-3 Tage anhielt. Ich weiß nicht wieso, aber mein Körper kam mit diesen Behandlungen nicht klar. Man liest zwar immer wieder von Erstverschlechterung aber bei mir gab es nach der Erstverschlechterung keine Verbesserung des Zustands, den ich vor den Behandlungen hatte. Ein Versuch war es wert aber für mich war es nicht erfolgreich.

Sybille: Obwohl meine MRT-Bilder top waren, fand der Chiropraktiker zahlreiche blockierte Wirbel. Atlas, 1. Rippe usw. Die Behandlung war nicht so angenehm, aber ich bilde mir ein dass der Schwindel dadurch besser wurde. Man muss herausfinden woher die ständig blockierten Wirbel kommen. Hier spielt die Psyche wiederum eine große Rolle. Stress, Sorgen & Ängste führen zu Verspannungen und diese sorgen für die Blockaden. Die Blockaden wiederum machen allerlei Symptome. Ein guter Ansatz ist es daher mit der Chiropraktik oder Osteopathie die Blockaden & Verspannungen zu lösen und gleichzeitig mit einer Psychotherapie den Ängsten, dem Stress & den Sorgen zu begegnen. Bei mir war diese Kombination erfolgreich.

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