7. Januar 2025 Philipp Markus Wiedmaier Lesezeit: 8 Minuten

Was ist TENS?

TENS ist die Abkürzung für Transkutane Elektrische Nerven-Stimulation (englisch transcutaneous electrical nerve stimulation). Es ist eine Reizstromtherapie die vor allem gegen Schmerzen ohne Medikamente eingesetzt wird, indem die natürliche schmerzlindernde Wirkung des Körpers durch Nervenstimulation erhöht wird. Gegen Verspannungen leistet die Methode sehr gute Dienste. Angewendet wird sie über Elektroden (meist 4, manchmal auch 2) die auf die Haut geklebt werden und dann die Impulse übertragen. Die Elektroden werden an bestimmten, schmerzenden bzw. verspannten Stellen angebracht, z.B. im oberen Rücken, unterer Rücken oder Schulterbereich und dann werden – je nach TENS Gerät – verschiedene Programme abgespult, die meist ca. 20 Minuten in Anspruch nehmen. Je nach Intensität fühlt es sich leicht kribbelnd bzw. wie leichte Stromschläge an. Insgesamt ist es sehr einfach anzuwenden und bei normaler Intensität auch angenehm.

Wie kann TENS bei Schwindel helfen?

Viele Schwindel-Betroffene berichten von hartnäckigen Verspannungen, insbesondere im Bereich Nacken, Schulter und Rücken. Diese Verspannungen können sowohl Ursache, als auch Folge des Schwindels sein. Durch den Schwindel verspannt man automatisch, da der Körper versucht durch eine Fixierung der Muskeln den Schwindel auszugleichen. Hinzu kommen aufgrund der Angst vor weiteren Schwindelattacken hochgezogene Schultern und wenig Bewegung aufgrund von Schonung. Es handelt sich also um einen „Teufelskreis“ bei dem sich Schwindel, Angst und Verspannungen gegenseitig hochschaukeln und am Leben halten.

TENS gegen Schwindel

TENS wirkt gegen die Verspannungen

Um aus diesem Teufelskreis herauszukommen, muss man alle Bereiche gleichzeitig angehen (detailliert haben wir es im Buch beschrieben).
Mit einem TENS-Gerät kann man etwas für den Bereich Verspannungen tun. Viele sehen eindeutige Zusammenhänge zwischen dem Grad der Verspannung und der Intensität der Schwindelgefühle. Weniger Verspannungen = weniger Schwindel.

Welche TENS Geräte sind bei Schwindel empfehlenswert?

Empfehlenswertes TENS Gerät prorelax TENS/EMS TENS-Gerät OMRON
Sanitas SEM 43 Beurer EM 49

Viele fragen sich, welches Gerät sie verwenden sollen. Zum Einstieg gibt es sehr, sehr günstige Geräte* welche man auch mit umfangreichem Zubehör bekommen kann*.

Ein sehr fortschrittliches Gerät ist das Omron Schmerztherapiegerät HeatTens – TENS mit beruhigender Wärme zur Linderung von Muskel- und Gelenkschmerzen*

Omron Schmerztherapiegerät HeatTens

Der Vorteil bei diesem Gerät ist die Wärmefunktion, was die einfacheren Geräte meist nicht haben. Die Wärme sorgt für die Entspannung der Muskeln, während TENS die natürlichen Mechanismen des Körpers zur Schmerzbekämpfung über elektrische Impulse stimuliert.

Gut gefallen hat uns neben der einfachen Bedienung und den voreingestellten Programmen auch dass dieses Gerät über Akku-Betrieb funktioniert. Bei den anderen Geräten wird häufig mit Batterien gearbeitet, die dann oft gewechselt werden müssen. Ein wichtiger Punkt ist auch die Verfügbarkeit und einfache Nutzung der Gel-Pads. Das Gerät kommt mit nur 2 Gel-Pads aus und diese kann man im 4er-Pack bei Bedarf nachbestellen*.

Wenn Du häufiger TENS verwendest, können wir das HeatTens-Gerät der japanischen Marke Omron* „wärmstens“ empfehlen.

TENS Geräte kombiniert mit EMS?

Die meisten TENS-Geräte verfügen auch über einen EMS-Modus. EMS steht für Elektro-Muskel-Stimulation bzw. elektrische Muskelstimulation. EMS kann hilfreich sein, um die Muskulatur zu stärken. Ein häufiger Grund für Schmerzen, z.B. Rückenschmerzen ist nämlich eine zu schwache Muskulatur. Mit EMS kann man muskulären Dysbalancen entgegenwirken, indem selbst tiefliegende Muskeln gestärkt werden.

In den EMS-Modus kann man bei vielen Geräten sehr einfach über einen kurzen Klick wechseln. Es gibt sowohl für TENS als auch EMS voreingestellte, automatische Programme die ausgewählt werden können. Sowohl dass günstige prorelax Gerät* als auch dass Omron HeatTens Gerät* haben beide sowohl TENS als auch EMS.

Bei welchen Schwindelarten kann TENS helfen?

Da TENS nicht direkt gegen den Schwindel, sondern indirekt über eine Reduzierung der Verspannungen und Schmerzen hilft, kommen alle Schwindelarten in Frage, die mit hartnäckigen Verspannungen einhergehen. Dies ist insbesondere beim phobischen Schwankschwindel bzw. Benommenheitsschwindel der Fall. Aber auch beim umstrittenen zervikogenen Schwindel / HWS-Schwindel ist TENS nützlich.

Erfahrungen zu TENS gegen Schwindel

Viele verwenden TENS als „bequemere“ bzw. auf Dauer kostengünstigere Alternative zu Physiotherapie oder Osteopathie. Einige verwenden es ergänzend um im Akutfall bei starken Verspannungen oder Schmerzen zuhause eine effektive Behandlungsmöglichkeit zu haben.

Welche Erfahrungen hast Du mit TENS gemacht? Welche Geräte verwendest Du? Lass es uns gerne wissen in unserer Online Selbsthilfegruppe gegen Schwindel.

* = geprüfter Partnerlink

Häufige Fragen zu TENS-Geräten bei Schwindel & Verspannungen

TENS (Transkutane Elektrische Nerven-Stimulation) ist eine Reizstromtherapie, die vor allem bei
Schmerzen und Verspannungen eingesetzt wird. Bei Schwindel hilft TENS in der Regel
nicht direkt, sondern indirekt, indem es den Teufelskreis aus Anspannung,
Schmerzen und Schwindel-Symptomen entschärfen kann.

Was ist TENS?
TENS ist die Abkürzung für Transkutane Elektrische Nerven-Stimulation (engl. transcutaneous electrical nerve stimulation).
Dabei werden über Elektroden (meist 2 oder 4) leichte elektrische Impulse an die Haut abgegeben.
Ziel ist es, die natürlichen schmerzlindernden Mechanismen des Körpers zu unterstützen und dadurch
Schmerzen zu reduzieren und Muskeln zu entspannen.
Die Anwendung ist meist unkompliziert: Elektroden an schmerzenden/verspannten Stellen platzieren (z. B. Nacken, Schultern, Rücken),
Programm wählen, ca. 20 Minuten laufen lassen. Das Gefühl reicht von leichtem Kribbeln bis zu „Mini-Stromstößen“
und ist bei moderater Intensität oft angenehm.
Wie kann TENS bei Schwindel helfen?
Viele Betroffene erleben bei Schwindel hartnäckige Verspannungen, besonders in Nacken, Schultern und Rücken.
Diese Verspannungen können Ursache oder Folge sein: Schwindel führt zu Anspannung (der Körper „fixiert“ sich),
Angst verstärkt das Schulterhochziehen, Schonung reduziert Bewegung – es entsteht ein Teufelskreis.
TENS kann helfen, indem es Verspannungen und Schmerzen reduziert. Weniger Verspannung bedeutet bei vielen:
weniger Schwindel – nicht bei allen, aber oft spürbar.
Hilft TENS direkt gegen Schwindel?
In der Regel nein – TENS ist kein „Schwindel-Schalter“. Der Effekt ist meist indirekt:
Wenn Nacken-/Schulter-/Rückenverspannungen und Schmerzen nachlassen, werden Begleitsymptome wie Benommenheit,
Druckgefühl oder Unsicherheit bei manchen Betroffenen schwächer.
Für welche Schwindelarten kann TENS sinnvoll sein?
TENS ist vor allem dort sinnvoll, wo Verspannungen eine große Rolle spielen – unabhängig davon,
ob sie Ursache oder Folge sind. Das betrifft häufig den phobischen Schwankschwindel / Benommenheitsschwindel (PPPD),
weil Anspannung und muskuläre Schutzhaltung sehr typisch sind. Auch beim häufig diskutierten HWS-Schwindel
bzw. zervikogenen Schwindel kann TENS als Baustein gegen Verspannungen hilfreich sein.
Wie wende ich TENS bei Nacken- und Schulterverspannungen an?
Platziere die Elektroden an den verspannten Muskelbereichen (nicht auf die Wirbelsäule selbst, sondern seitlich in die Muskulatur),
wähle ein Entspannungs-/Schmerzprogramm und starte mit niedriger Intensität. Steigere langsam,
bis ein deutliches Kribbeln spürbar ist, aber ohne unangenehmen „Schock“. Viele nutzen TENS ca. 20 Minuten,
z. B. abends oder nach Bildschirmarbeit. Wichtig ist Regelmäßigkeit – ähnlich wie bei Physiotherapie.
TENS mit Wärmefunktion: Lohnt sich das?
Einige Geräte kombinieren TENS mit Wärme. Wärme kann die Muskelentspannung zusätzlich fördern,
während TENS die Schmerzverarbeitung beeinflusst. Gerade bei hartnäckigen Nacken-/Schulterverspannungen empfinden viele
die Kombination als besonders angenehm, weil sie „zweigleisig“ wirkt: Lockerung + Reizstrom.
Was ist der Unterschied zwischen TENS und EMS?
TENS zielt primär auf Schmerzlinderung und Entspannung ab (Nervenstimulation).
EMS (Elektro-Muskel-Stimulation) zielt stärker auf Muskulatur ab – also Aktivierung, Training, Stärkung.
Das kann sinnvoll sein, wenn Schmerzen auch durch zu schwache Muskulatur oder Dysbalancen entstehen.
Viele Geräte bieten beide Modi und lassen sich per Klick umschalten.
Kann TENS eine Physiotherapie oder Osteopathie ersetzen?
TENS wird von vielen als praktische Ergänzung genutzt – besonders für „Akutfälle“ zu Hause.
Es kann eine Behandlung unterstützen, ersetzt aber nicht automatisch Bewegung, Haltung, Stressregulation,
gezieltes Krafttraining oder manuelle Therapie, wenn diese nötig sind. Häufig ist die beste Wirkung eine
Kombination: TENS + Bewegung/Dehnung + Alltagsanpassung.
Gibt es Risiken oder Situationen, in denen man TENS nicht verwenden sollte?
TENS ist bei korrekter Anwendung meist gut verträglich, trotzdem gilt: Nicht auf verletzter Haut,
nicht direkt auf Halsvorderseite/Kehlkopf und nicht so stark, dass es schmerzt. Wenn du einen
Herzschrittmacher hast, schwanger bist oder ernsthafte Vorerkrankungen vorliegen, sollte die Anwendung
vorher ärztlich abgeklärt werden. Im Zweifel immer in die Anleitung des Geräts schauen und ggf. Rücksprache halten.
Welche Erfahrungen berichten Betroffene mit TENS bei Schwindel?
Viele nutzen TENS als bequeme, regelmäßige Unterstützung gegen Nacken-/Schulter-/Rückenschmerzen und
empfinden danach eine deutliche Lockerheit. Manche berichten, dass sich damit auch der Schwindel
indirekt beruhigt, wenn die Verspannungen sinken. Andere spüren vor allem eine Schmerzlinderung, ohne großen Einfluss
auf den Schwindel. Entscheidend ist oft: Konstanz und das Einbetten in ein Gesamtkonzept
(Bewegung, Atmung, Stressreduktion).

Zuletzt aktualisiert am 18.05.2026 · von Philipp Markus Wiedmaier
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