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Osteopathie Erfahrungsberichte bei Schwindel

Viele Betroffene des Benommenheitsschwindels stoßen früher oder später auf das Thema Osteopathie. Neben der Frage ob eine osteopatische Behandlung bei Schwindel – speziell bei Schwankschwindel und Benommenheit – sinnvoll ist oder nicht, gibt es vielfältige Fragen rund um Befunde, Voruntersuchungen, Kosten, Erstattung durch Krankenkassen, Behandlungsdauer, Risiken (z.B. im Zusammenhang mit dem Einrenken) und Erstverschlimmerung (Schwindel nach Osteopathie schlimmer). Wir gehen hier auf wichtige Fragen ein und möchten einige Erfahrungsberichte rund um Osteopathie bei Schwindel teilen.

Osteopathie Schwindel
Osteopathie bei Schwindel?

Was ist ein Osteopath?

Ein Osteopath spürt mit seinen Händen über spezielle Techniken funktionelle Störungen auf und versucht diese zu beheben. Begründet wurde die Osteopathie von dem US-Arzt Andrew Taylor Still im Jahr 1885.
In Deutschland dürfen nur Ärzte oder Heilpraktiker nach einer entsprechenden Ausbildung als Osteopath behandeln. Ein Osteopathie-Studium in Deutschland ist seit 2011 durch die Hochschule Fresenius und dem Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) e.V. möglich.

Was macht ein Osteopath?

Da Osteopathie ein ganzheitlicher Ansatz ist, schauen Osteopathen z.B. nicht nur den Bereich an der Probleme macht oder schmerzt (z.B. Nacken), sondern betrachten den gesamten Körper. Eine große Rolle spielen hierbei die Faszien, also das Bindegewebe, welches in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus rückt. Indem der Osteopath das menschliche Gewebe Schicht für Schicht ertastet, kann er funktionelle Störungen ausfindig machen. Über das Lösen von Blockaden (z.B. blockierte Rippe, blockierter Atlaswirbel) und Muskelverspannungen sollen dem Körper die nötigen Impulse gegeben werden, um die Selbstheilungskräfte zu forcieren und die Funktionsstörung zu beheben.

Wie läuft eine osteopathische Behandlung ab?

Beim ersten Termin bespricht der Osteopath in der Regel ausführlich die bisherige Krankengeschichte. Befunde wie z.B. HWS MRT, neurologische Untersuchungen usw. werden begutachtet un die aktuellen Symptome abgefragt. Viele Osteopathen legen insbesondere Wert auf die Symptombeschreibung der Patienten in eigenen Worten und machen sich entsprechende Notizen.

Im Anschluss beginnt dann die eigentliche osteopathische Untersuchung mit den Händen, welche oft im Sitzen und später im Liegen stattfindet. Bei einer Schwindelsymptomatik wird der Osteopath häufig die Halswirbelsäule hinsichtlich Gelenkblockierungen und Muskelverspannungen untersuchen, aber auch Kiefer, BWS, LWS und das Zwerchfell werden oft von versierten Osteopathen einbezogen.

Über eine Behandlung der Faszien, über spezielle Dehnungen und Impulse wird dann versucht die funktionellen Störungen zu beseitigen.

Wie lange dauert eine Osteopathie-Sitzung und wie viele Sitzungen sind erforderlich?

Je nach Osteopath ist dies unterschiedlich, meist aber zwischen 45-60 Minuten. Viele Osteopathen machen Doppelstunden, so dass genügend Zeit für Untersuchung und Behandlung da ist. Zwischen den Therapie-Sitzungen empfehlen viele Osteopathen 2 Wochen Abstand, um dem Körper Zeit zu geben. Speziell bei Schwindel kommt es häufig zu einer Erstverschlimmerung, d.h. man kann mehr Schwindel nach osteopathischer Behandlung als üblich haben. Gute Osteopathen vereinbaren mit ihren Patienten, dass sie sich z.B. 1 Tag nach der Behandlung telefonisch kurz melden sollen, um die Veränderung bei den Symptomen, speziell dem Schwindel zu besprechen. Speziell beim Einrenken ist diese Vorgehensweise sinnvoll.

Wie viele Sitzungen erforderlich sind hängt stark vom bisherigen Krankheitsverlauf und den jeweiligen Symptomen ab. Normalerweise sollte man nach den ersten Sitzungen deutliche Verbesserungen merken. Man merkt selber ob einem Osteopathie gut tut oder nicht. Sollte auch nach 10-15 Sitzungen keine signifikante Verbesserung der Symptome da sein, ist Osteopathie sehr wahrscheinlich nicht alleine die Lösung des Problems und man sollte andere Schwindel Ursachen in Erwägung ziehen. Speziell bei Schwindel aufgrund von Muskelverspannungen ist es oft so, dass eine andere Erkrankung oder chronischer Stress dahintersteckt, welche die Muskelverspannungen immer wieder triggern. Ohne eine Behandlung des zugrundeliegenden Problems kommt man dann mit Osteopathie alleine nicht weiter.

Wie viel kostet Osteopathie? Erstattet die Krankenkasse Osteopathie?

Im Normalfall kann man mit Kosten im Bereich von 60-90€ pro Sitzung rechnen.
Während bei privaten Krankenversicherungen die Kosten für die Osteopathie meist übernommen werden, erstatten einige gesetzliche Krankenversicherungen nur einen Teil der Kosten. So bezuschusst beispielsweise die TK und die DAK 3 Sitzungen pro Jahr, allerdings begrenzt auf 40€ pro Sitzung. Beispiel TK:

  • Kosten für die Osteopathie: 10 Sitzungen zu 80€ = 800€ Kosten
  • Erstattet werden: 3 Sitzungen mit maximal 40€ = 120€ Erstattung
  • Selbst zu bezahlen: 680€

Wichtig für die Erstattung ist, dass ein Arzt die osteopathische Behandlung angeordnet hat (Privatrezept). Dieses Privatrezept wird dann bei der Krankenkasse zusammen mit der Rechnung eingereicht. Dort wird dann noch geprüft, ob es sich wirklich um einen “echten Osteopathen” mit entsprechender Ausbildung handelt oder nicht. Falls nicht, wird die Kostenerstattung abgelehnt.

Wie man sieht geht Osteopathie bei einer längerfristigen Behandlung und den meisten gesetzlichen Krankenkassen richtig ins Geld und kann daher von vielen Betroffenen langfristig nicht bezahlt werden.

Osteopathische Selbstbehandlung?

Wer sich für Osteopathie interessiert, aber aufgrund der hohen Kosten oder auch aufgrund mangelnder Kapazitäten von Osteopathie-Praxen, keiner Behandlung nachgehen kann, findet hier gute Literatur zur Selbstbehandlung:

Risiken bei Osteopathie? Erstverschlimmerung einkalkulieren!

Wenn man Schwindel mit Osteopathie behandeln lässt, stellt sich natürlich auch die Frage nach den Risiken. Eine Erstverschlimmerung kann, muss aber nicht auftreten. Wie lange Schwindel nach Osteopathie stärker sein kann ist sehr unterschiedlich. Meist bewegt es sich aber im Bereich von Stunden bis wenigen Tagen. Einige merken aber auch sofort erhebliche Verbesserungen, welche dann aber wieder nach und nach sich verschlechtern, so dass am Ende der Zustand vor der Behandlung wieder gegeben ist. Insgesamt sind die Risiken bei Osteopathie sehr gering.

Vorsicht ist nur beim sog. “Einrenken” geboten. Dies sollte nur in Ausnahmefällen nach klarer Diagnose und entsprechenden Bildaufnahmen von erfahrenen Osteopathen gemacht werden. Es ist nicht abschließend geklärt, ob es HWS-bedingten Schwindel gibt. Wenn Du trotz langer Behandlung keine Erfolge hast, solltest Du über alternative Ursachen und Behandlungen nachdenken.

Physiotherapie oder Osteopathie?

Von vielen Betroffenen wissen wir, dass Physiotherapie zwar gut tut, aber die Symptome sehr schnell wieder kommen. Wir empfehlen Osteopathie. Die Osteopathen können oft sehr schnell erkennen, wo Blockaden vorhanden sind und diese auch lösen.

Osteopathie Erfahrungen

Folgende Erfahrungen zu osteopathischen Behandlungen bei Schwindel möchten wir teilen. Mehr Erfahrungsberichte über Schwankschwindel und Benommenheit findest du im Schwindelhelfer Buch.

Hannes, 36: Osteopathie hat mir sehr geholfen gegen verspannungsbedingten Schwindel. Die Osteopathen sind sehr einfühlsam und gut ausgebildet. Bereits nach 2-3 Sitzungen habe ich deutliche Verbesserungen gefühlt. Natürlich muss man auch selbst aktiv werden und die Übungen, die man gezeigt bekommt, konsequent durchführen, um weiteren Verspannungen vorzubeugen. Ich gehe jetzt regelmäßig alle 4 Wochen zum Osteopathen und kann es nur empfehlen.

Laura, 32: Die Osteopathie hatte bei mir immer nur einen kurzfristigen Effekt. Ich wurde jedes Mal eingerenkt, aber nach 1-2 Tagen waren alle Symptome, insbesondere der Schwankschwindel, wieder da. Da es mit 85€ pro Sitzung auch recht teuer war, habe ich es nach 15 Terminen eingestellt. Ich denke es ist einen Versuch wert, aber wenn der Schwindel immer wieder zurück kommt, sollte man andere Ursachen in Erwägung ziehen. Bei mir wurde es dann erst besser, als ich was gegen die Angst gemacht habe. Ich kann nur empfehlen frühzeitig einen Psychotherapeuten mit einzubeziehen, da der Schwindel immer von Angst begleitet wird.

Peter, 35: Auch ich habe irgendwann Osteopathie versucht. Die meisten Osteopathen gehen davon aus, dass der Schwindel mit muskulären Dysbalancen zu tun hat. Dabei spielen die Muskeln um die HWS und auch die Kiefermuskeln sowie das Zwerchfell oft eine Rolle. Ich wurde viel eingerenkt, aber einen nachhaltigen Erfolg konnte ich damit nicht erzielen. Ich denke, wenn der Schwindel psychisch bedingt ist, also ein phobischer Schwankschwindel, wird die Osteopathie immer nur kurzfristig helfen. Man muss anstatt die Symptome zu behandeln, die Ursache bekämpfen. Und diese lässt sich allein mit Osteopathie nicht beheben. Trotzdem kann es hilfreich sein, durch Osteopathie muskuläre Ursachen auszuschließen. Primär muss man aber an sich selber arbeiten, sein Leben umstellen, Konflikte lösen, Stress reduzieren, die Angst mit Psychotherapie oder Medikamenten bekämpfen – dann kann man die Symptome auch nachhaltig beheben.

Franziska, 29: Eine Sitzung Osteopathie hat mir mehr gebracht, als die 12 Sitzungen Physio zuvor. Ich war insbesondere beeindruckt davon, wie schnell die Osteopathen genau die richtigen Stellen finden, bei denen ich die größten Verspannungen und Schmerzen hatte. Ich bekam auch viele Zusatzinfos über Mikronährstoffe, Vitamin B12, Vitamin D sowie Übungen, die ich selber durchführen kann. Ich gehe alle 2 Wochen hin und kann damit meine Verspannungen und Schmerzen gut eingrenzen. Der Schwindel ist zwar noch nicht ganz weg, aber ich merke einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Grad der Verspannung und der Stärke des Schwindels.

Timo, 33: Osteopathie war das einzige was mir Linderung gebracht hat. Ich war zuvor bei normaler Physiotherapie und trotz 20 Sitzungen wurden da nie Blockaden gefunden oder gelöst. Der Osteopath fand gleich in der ersten Sitzung ein blockiertes Kopfgelenk sowie eine blockierte erste Rippe. Ja, das Einrenken ist sehr umstritten, aber es war bei mir die einzige Methode, die Blockaden zu lösen. Neben dem regelmäßigen Lösen der Blockaden ist es wichtig, selbst Muskelaufbau zu machen, insbesondere die tiefen Nackenmuskeln. Die beste Übung hierzu ist im Liegen den Kopf ganz leicht anzuheben, so dass nur ein Blatt Papier zwischen Kopf und Boden passt. Dann 10 Sekunden halten und 10 x wiederholen. Jeden Tag durchführen. Es kann mehrere Wochen oder sogar Monate dauern, bis sich Besserungen zeigen. Regelmäßig einen Osteopathen aufsuchen, um die Verspannungen in den Griff zu bekommen. Dann wird auch der Schwindel besser.

Claudia, 30: Im ersten Termin machte der Osteopath eine ausführliche Bestandsaufnahme. Er hörte mir zu, schrieb sich meine Symptome auf und schaute sich die bisherigen Untersuchungsberichte an. Danach musste ich mich auf eine Liege legen und er nahm meinen Kopf in die Hand und führte verschiedene Drehbewegungen durch, um die Beweglichkeit zu prüfen und Blockaden in der HWS zu finden. Er machte außerdem Tests bezüglich des Kiefers, da er einen Zusammenhang zwischen dem Schwindel und einer Kieferfehlstellung vermutete. Tatsächlich bekam ich dann später auch die Diagnose CMD von einem KFO. Zusammen mit dem Osteopathen und einer Schienenbehandlung gab es große Fortschritte. Die Schiene wurde regelmäßig neu eingeschliffen und der Osteopath musste mich dann auch regelmäßig untersuchen und die Spannungen in den Kiefermuskeln prüfen. Mir hat es sehr viel gebracht. Die Symptome sind zwar noch nicht ganz weg und kommen manchmal auch verstärkt wieder, aber im Vergleich zum Höhepunkt der Symptomatik kann ich so ganz gut damit leben.

Teile uns gerne Deine Erfahrungen zur Osteopathie bei Schwindel mit.

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