11. November 2020 Philipp Markus Wiedmaier Lesezeit: 4 Minuten

Warum ist ein Schwindeltagebuch sinnvoll?

Ein Schwindeltagebuch kann helfen die Stärke der Symptome bestimmten Ereignissen zuzuordnen. Zu einer Schwindel Untersuchung beim Arzt bzw. zum Besuch einer Schwindelambulanz kann das Schwindeltagebuch mitgebracht werden. Der Arzt kann dann anhand der Informationen, insbesondere der Schwindelart, der Schwindeldauer, der Schwindelstärke sowie Auslösern und Begleitsymptomen meist sehr schnell erkennen in welche Richtung es gehen könnte und was mögliche Ursachen sein könnten.

Wichtig ist:

Wann verstärken sich die Symptome und wann verbessern sie sich?

Ein Schwindeltagebuch ist sehr hilfreich um zu protokollieren, wann sich bestimmte Symptome verbessern oder verschlechtern. Beim phobischen Schwankschwindel bzw. PPPD verstärkt sich der Schwindel unter Stress (oft am Arbeitsplatz), Anspannung und Angst und bessert sich oft bei Entspannung, während sportlicher Aktivität oder nach Alkohol.

Schwindeltagebuch PDF

Wir haben eine Vorlage für eine Schwindeltagebuch im PDF Format erstellt. Du kannst diese herunterladen, ausdrucken und dann benutzen. Bitte beachte die Benutzungshinweise unten.

Schwindeltagebuch

Schwindeltagebuch Vorlage

Benutzungshinweise:

  1. Herunterladen und Ausdrucken
  2. Trage deinen Namen ein
  3. Befülle die Felder:
    • Datum: Datum an dem der Schwindel oder die Benommenheit aufgetreten ist.
    • Uhrzeit: je genauer, desto besser.
    • Schwindelart: Kreuze je nach Schwindelart die Häkchen an (Mehrfachnennungen sind möglich, z.B. Schwankschwindel und Benommenheitsschwindel). Wie fühlt sich der Schwindel an? Ist es ein schwanken wie auf dem Boot, ein Benommenheitsgefühl als ob man betrunken wäre, ein drehen wie im Karussell oder ein Liftgefühl wie im Aufzug oder der Achterbahn. Wenn du unsicher bist, schau dir hier die Videos an.
    • Schwindeldauer: Trage die Dauer des Schwindels in Sekunden, Minuten oder Stunden ein. Einige Betroffene haben auch einen ultrakurzen Blitzschwindel, der nur den Bruchteil einer Sekunde dauert. Trage hier dann < 1 Sekunde(n) ein.
    • Schwindelstärke: Kreuze je nach Stärke des Schwindels die entsprechenden Häkchen an. Wenn es eher ein diffuser Schwindel ist, der mal stärker mal schlechter ist, dann kreuze diffus / wechselt ständig an.
    • Auslöser erkennbar?: Trage hier mögliche, dir bekannte Auslöser ein z.B. Einkauf im Supermarkt, Kopfbewegung, Sport, visuelle Reize, Arbeit am PC, Aufregung, Stress …
    • Weitere Symptome?: Liegen weitere Symptome vor wie z.B. Angst, Atemnot, Ohrgeräusche, Übelkeit, Verspannungen, Gefühl umzukippen, Sehstörungen, …
    • Weitere Infos: Zusätzliche Hinweise von dir, die für den Arzt wichtig sein könnten. z.B. wird besser im Liegen, besser beim Autofahren/Ablenkung, schlechter unter Menschen. Schlechter im Stehen. Besser beim Sport. Hatte viel Stress auf der Arbeit, …
  4. Nimm dass ausgefüllte Schwindeltagebuch zu deiner Untersuchung mit und besprich es mit deinem Arzt.

Weitere Möglichkeiten: Schwindeltagebuch App

Natürlich kannst du auch alle sonstigen Tagebücher oder Vorlagen hierfür verwenden oder deine eigene Excel-Tabelle erstellen. Falls du keinen Drucker hast, reicht auch ein Blatt Papier auf dem du händisch die Eintragungen vornimmst. Es gibt auch in den Appstores Tagebücher als App die man hierfür verwenden kann.

Häufige Fragen zum Schwindeltagebuch

Ein Schwindeltagebuch hilft dabei, Muster, Auslöser und Zusammenhänge besser zu erkennen.
Es unterstützt Ärzte bei der Diagnose und Betroffene bei der eigenen Einordnung der Symptome.

Was ist ein Schwindeltagebuch?
Ein Schwindeltagebuch ist eine strukturierte Aufzeichnung von Schwindel- und Benommenheitssymptomen.
Es dokumentiert Zeitpunkt, Art, Dauer, Stärke, Auslöser und Begleitsymptome.
Warum ist ein Schwindeltagebuch beim Arztbesuch hilfreich?
Ärzte können anhand der Einträge schneller erkennen, welche Schwindelform wahrscheinlich ist
und welche Untersuchungen sinnvoll sind. Das spart Zeit und unnötige Diagnostik.
Wie oft sollte ich Einträge machen?
Idealerweise bei jeder Schwindel- oder Benommenheitsepisode.
Auch schwindelfreie Tage können hilfreich sein, um Verbesserungen zu erkennen.
Welche Informationen sind besonders wichtig?
Besonders wichtig sind Schwindelart, Dauer, Stärke, mögliche Auslöser,
begleitende Symptome sowie Faktoren, die den Schwindel verbessern oder verschlechtern.
Hilft ein Schwindeltagebuch auch bei psychischem Schwindel?
Ja. Gerade bei phobischem Schwankschwindel, PPPD oder stressbedingtem Schwindel
lassen sich typische Muster sehr gut erkennen.
Reicht ein handschriftliches Tagebuch aus?
Ja. Ein Ausdruck, Notizzettel oder eine eigene Tabelle sind vollkommen ausreichend,
solange die Einträge regelmäßig und ehrlich erfolgen.

Philipp Markus Wiedmaier

Zuletzt aktualisiert am 08.01.2026

Autor: Philipp Markus Wiedmaier

Philipp Markus Wiedmaier ist der Gründer von Schwindelhelfer.de und selbst langjährig betroffen von Benommenheitsschwindel (auch bekannt als PPPD). Seit 2018 schreibt er über Symptome, Ursachen und Selbsthilfemethoden.

Sein Buch: Schwindel Helfer – Gemeinsam Schwindelfrei (ISBN: 978-1793479242).

Hinweis: Philipp ist kein Arzt. Die Inhalte beruhen auf eigenen Erfahrungen und ersetzen keine medizinische oder therapeutische Beratung.