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Was ist Angstschwindel?
Angstschwindel ist eine andere Bezeichnung für den phobischen Schwankschwindel bzw. Benommenheitsschwindel. Teilweise wird diese Form auch psychischer Schwindel bzw. somatoformer Schwindel genannt. Im Zentrum der Symptomatik steht – wie der Name schon sagt – die Angst. Betroffene geben oft an, dass ja zunächst der Schwindel da war und die Angst erst später durch den Schwindel gekommen wäre.
Meist ist es aber umgekehrt: Zunächst gab es einen Auslöser wie (chronischer) Stress und/oder eine psychische Erkrankung und der Schwindel ist dann Ausdruck bzw. Folge davon. In einigen Fällen ist es aber auch die massive Angst vor einer schweren Erkrankung (habe ich einen Hirntumor? Habe ich MS? Habe ich ALS? etc.) die die Angsterkrankung nach einer initialen, ersten Schwindelattacke erst entwickelt. Das Rennen von einem Arzt zum anderen und von einer Untersuchung zur nächsten mit dem Warten auf die Befunde tut hier sein übriges.
Angstschwindel Ursachen
Eine Übersicht möglicher Ursachen haben wir hier zusammengestellt. Neben Stress, belastenden Ereignissen und Überforderung sind beim Angstschwindel nicht selten psychosomatische Ursachen vorhanden. Angststörungen, Psychosomatosen, Depressionen/Burnout und vor allem versteckte Depressionen. Häufig spielt auch die Atmung eine zentrale Rolle. Eine chronische Hyperventilation liegt bei vielen „Angstschwindlern“ vor.
Angst und Schwindelgefühl – Wie fühlt sich Angstschwindel an?
Betroffene fühlen sich meist schwankend – wie auf dem Schiff – und haben mit dem typischen Benommenheitsgefühl zu tun, welches häufig als „wie besoffen“ oder „Schwindelgefühl im Kopf“ beschrieben wird. Weniger häufig als ein Schwankschwindel ist ein Drehschwindel – dieser kommt aber oft im Rahmen von Panikattacken vor. Typisch für den Angstschwindel ist, dass sich die Schwindelstärke im Laufe des Tages ändert bzw. abhängig von Situationen ist.
Eine Verschlechterung tritt häufig bei der Arbeit, unter Menschenmengen, in engen Räumen und beim Einkaufen auf. Besserung häufig abends, zuhause und bei Ruhe. Auch bei intensivem Sport und beim Autofahren sowie Gartenarbeit berichten viele von einer Besserung. Die Ablenkung spielt hier eine wichtige Rolle.
Zusätzlich zu dem Schwankschwindel und der Benommenheit kommen manchmal sehr kurze Attacken vor, bei denen die Betroffenen das Gefühl haben sie würden zur Seite fallen oder nach vorne kippen. Sehr häufig kommt dies vor, wenn man über Brücken läuft oder insgesamt sehr angespannt bzw. „unter Strom“ ist. Aber auch bei starker Entspannung und beim Wach-Schlafübergang kann es zu diesen kurzen, heftigen Schwindelattacken kommen, die oft nur den Bruchteil einer Sekunde dauern und danach in starker Angst resultieren. Häufig schreckt man hoch und muss aufstehen.
Die Benommenheit variiert ebenfalls. Während unserer Erfahrung nach ein kleiner Teil von einer Dauerbenommenheit spricht, bessert sich bei den meisten die Benommenheit nach Alkoholkonsum, früh morgens nach dem Aufstehen und spät abends. Den meisten geht es im Liegen am besten.
Symptome bei Angstschwindel

Angstschwindel Symptome
Neben den zentralen Symptomen Angst, Schwankschwindel und Benommenheit haben viele Betroffene mit
- Verspannungen,
- insbesondere HWS-Verspannungen bzw. Nackenschmerzen
- und Rückenschmerzen zu tun.
Dies ist auch der Grund warum viele von HWS-Ursachen ausgehen (was aber meist nicht zutrifft). Hinzu kommen oft
- Muskelzuckungen,
- Taubheitsgefühle,
- Schwere Beine & Muskelschwäche,
- Kopfschmerzen,
- Sehstörungen.
Wir haben die einzelnen Symptome hier näher beschrieben. Eine starke Unruhe mit dem Hang zur Panik kommt auch häufig vor und mündet teilweise in Panikattacken. Als Panikattacken erkennen die Betroffene diese zunächst meist nicht. Sie sprechen von Schwindelattacken.
Angststörung und Schwindel
Schwindel macht Angst: Die Erwartungsangst dass der Schwindel wieder auftritt oder die nächste Schwindelattacke in einem Moment in dem man sie gar nicht gebrauchen kann, auftritt, ist Nahrung für diese Symptome und hält sie am Leben. Hinzu kommt ein starkes Vermeidungsverhalten von Betroffenen. Hat man z.B. in einem Supermarkt eine Schwindelattacke bekommen, werden Supermärkte in Zukunft streng vermieden. Das gleiche gilt für verschiedene Anlässe wie Geburtstage, Hochzeiten, Firmenfeiern etc. – ein sozialer Rückzug beginnt wegen der enormen Angst, dass der Schwindel wieder zuschlägt. Schließlich landen nicht wenige Betroffene in einer Spirale aus Angst, Schwindel und Verspannungen aus der sie nur schwer wieder rauskommen.
Angstschwindel besiegen

Angstschwindel besiegen
Um den Angstschwindel loszuwerden, solltest Du auf die Erfahrungen, Tipps & Methoden von Betroffenen vertrauen. Wir haben auf der Basis von vielen Interviews und Erfahrungsberichten einen nützlichen Helfer erstellt – das Schwindelhelfer Buch. Dort stellen wir neben den Standardbehandlungen 7 Bereiche vor, um den Angstschwindel in den Griff zu bekommen. Weitere Tipps und Therapiemaßnahmen stellen wir regelmäßig in unserem Newsletter vor. Du kannst dich jetzt einfach eintragen und bekommst sofort nützliche Tipps beim Angstsschwindel.
Häufige Fragen zu Angstschwindel
Angstschwindel ist eine häufige Erklärung für Schwankschwindel und Benommenheit („wie betrunken“), die sich stark
situationsabhängig verändern können. Typisch ist eine Spirale aus Angst → Anspannung/Atmung → Schwindel,
die sich durch Vermeidung oft verstärkt.
Was ist Angstschwindel genau?
Benommenheitsschwindel. Manchmal wird er auch als psychischer oder
somatoformer Schwindel bezeichnet. Im Zentrum steht Angst, die den Schwindel auslösen oder
aufrechterhalten kann.
Kommt zuerst der Schwindel oder zuerst die Angst?
Stress, Überforderung oder eine Angststörung dahinter, und der
Schwindel ist Ausdruck davon. Umgekehrt kann auch die Angst vor einer schweren Erkrankung nach einer ersten
Schwindelattacke eine Angsterkrankung verstärken.
Welche Ursachen sind bei Angstschwindel typisch?
psychosomatische Faktoren wie Angststörungen, Depression/Burnout oder
versteckte Depressionen. Bei vielen spielt außerdem die Atmung eine zentrale Rolle,
z. B. durch chronische Hyperventilation.
Wie fühlt sich Angstschwindel an?
Benommenheit („wie besoffen“, „Schwindelgefühl im Kopf“). Ein Drehschwindel ist
seltener, kann aber im Rahmen von Panikattacken auftreten. Typisch ist, dass die Intensität über
den Tag schwankt und stark von Situationen abhängt.
In welchen Situationen wird Angstschwindel oft schlimmer?
engen Räumen und besonders beim Einkaufen auf. Auch starke Anspannung („unter Strom“)
kann Symptome verstärken.
Wann wird Angstschwindel häufig besser?
Auch intensiver Sport, Autofahren oder Gartenarbeit werden häufig
als besser beschrieben – Ablenkung scheint dabei eine wichtige Rolle zu spielen. Im Liegen geht es
den meisten am besten.
Was sind diese extrem kurzen Schwindelattacken (Bruchteil einer Sekunde)?
Das kann bei starker Anspannung auftreten (z. B. beim Gehen über Brücken), aber auch beim Wach-Schlaf-Übergang
oder in Phasen starker Entspannung. Häufig bleibt danach eine starke Angst zurück.
Welche Begleitsymptome treten bei Angstschwindel häufig auf?
Muskelzuckungen, Taubheitsgefühle, schwere Beine/Muskelschwäche,
Kopfschmerzen und Sehstörungen. Viele haben außerdem starke Unruhe und geraten
teils in Panikattacken, die zunächst eher als „Schwindelattacken“ interpretiert werden.
Warum entsteht oft eine Angst-Schwindel-Spirale?
Leben. Häufig kommt Vermeidung hinzu: Nach einer schlimmen Erfahrung im Supermarkt werden Supermärkte
gemieden, später auch Feiern oder Menschenmengen. Dadurch verstärken sich Angst, Anspannung und oft auch Verspannungen
– und der Schwindel bleibt präsent.
Warum denken viele an HWS als Ursache – und warum stimmt das oft nicht?
Hauptursache. Oft sind die Verspannungen aber eher Begleiterscheinung von Stress, Angst und Atemmustern
– und Teil der gesamten Spirale.
Was hilft, um Angstschwindel langfristig zu besiegen?
an Erfahrungen und Methoden von Betroffenen sowie an strukturierten Ansätzen, die neben Standardbehandlungen mehrere
Bereiche kombinieren (z. B. Atmung, Entspannung, Bewegung/Exposition, Stressreduktion).
